Schimmelarten im Überblick - gelber, roter, grüner Schimmel

Die Schimmelarten um uns herum sind vielfältig und bunt, doch was sagen die Farben aus? Mehr zu gelber, roter, schwarzer und grüner Schimmel.

Bunter Schimmel
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Schimmelarten – endlose Vielfalt

Im Volksmund treffen wir häufig auf Aussagen wie „oje, da ist grüner Schimmel!“, oder „schwarzer Schimmel ist besonders gefährlich!“ Doch sagen Farben wie gelber Schimmel oder roter Schimmel eigentlich pauschal etwas über das Verhalten oder seine Gefährlichkeit aus?

In diesem Artikel stellen wir einige Schimmelarten vor und versuchen über Risiken aufzuklären. Doch soviel sei direkt zu Beginn angemerkt – lassen sie sich nicht allzu sehr von der bunten Vielfalt der Schimmelpilzarten beeindrucken.

Egal ob gelber, weißer oder grüner Schimmel, grundsätzliche Gefahren bei Auftreten eines Schimmelbefalls können nicht mit der Farbbestimmung geklärt werden.

Welche Schimmelpilzarten gibt es?

Pilze sind immer und überall ständig um uns. Man schätzt heute, dass etwa 250.000 verschiedene Schimmelarten auf der Erde existieren. Wirklich bekannt und beschrieben sind bisher aber „nur“ etwa 120.000 Schimmelpilzarten. Diese Arten werden in so genannte Gattungen eingeteilt, die, wie so üblich in der Botanik, alle lateinische Namen tragen. Zur Übersicht über diese Pilzgattungen hier eine kurze Liste absteigend nach Häufigkeit des Vorkommens sortiert:

  • Fuarium
  • Penicillium
  • Aspergillus
  • Alternaria
  • Mucor
  • Cladosporium

Ein Großteil dieser Pilzarten sind für den Menschen im allgemeinen und dem gesunden Menschen im Besonderen nicht oder nur wenig gefährlich. Andere Pilzarten schmecken sogar gut, helfen uns Krankheiten zu heilen oder veredeln andere Lebensmittel (z.B. Käse). Es gibt aber auch einige Pilzarten die für uns Menschen giftige Substanzen durch ihren Stoffwechsel produzieren und gerade für vorbelastete Menschen mit angegriffenem Immunsystem zu einem echten Problem werden können. In vielen Fällen, wenn diese Pilze direkt in unserer Wohnumgebung gedeihen spricht man von Schimmelpilzen. AKartoffel mit Schimmelbefallllerdings gibt es in der Botanik eigentlich gar keine eigene Gattung in der Schimmelpilze besonders gekennzeichnet sind, da sie keine von anderen Pilzarten unterscheidbaren, besonderen Eigenschaften haben.

Die meiste Literatur (wie auch diese Webseite) befasst sich mit den potentiell krankmachenden Schimmelpilzarten, die bei Menschen Krankheiten wie Mykosen (Pilzbefall), Mykotoxikosen (Vergiftungen) oder auch Mykoallergosen (Allergien) auslösen können, bzw. die unseren Wohnraum durch ihren aggressiven Stoffwechsel zerstören können (z.B. Hausschwamm). Die Farbe (grün, rot, gelb, weiß etc.)  in der sich diese Schimmelarten uns Menschen präsentieren, spielt bei der professionellen Bestimmung der Art nur eine sehr untergeordnete Rolle, da einfach viel zu viele Pilzarten die gleichen Farbnuancen tragen und darüber hinaus zum Teil auch noch innerhalb einer Art, je nach Lebensraum, unterschiedlich eingefärbt sind. Dass trotzdem so oft von „grünem Schimmel oder „schwarzem Schimmel“ gesprochen wird, liegt nur daran, dass einige wenige Vertreter dieser Spezies durch die Medien als besonders gefährlich bekannt gemacht wurden. So zum Beispiel Alternaria alternata und Aspergillus Niger (schwarzer Schimmel) oder aber Aspergillus flavus (gelber Schimmel) und Aspergillus fumigatus (meist grauer oder grüner Schimmel).

Schwarzer Schimmel

Zum Thema schwarzer Schimmel existiert auf unserer Webseite ein eigener, ausführlicher Beitrag, der näher auf die Thematik eingeht. Daher wird der schwarze Schimmel hier nur erwähnt, aber nicht näher darauf eingegangen. Zum schwarzen Schimmel geht es hier.

Andere interessante und weiterführende Themen rund um den Schimmel und seine Bekämpfung finden sie in der Linkliste am Ende des Artikels aufgelistet.

Gelber Schimmel

Ein gelber Schimmel, der Aspergillus flavus hat es in der Geschichte zu einigem (wenn auch zweifelhaften) Ruhm gebracht, da er auch unter dem Namen „der Fluch des Pharao“ Gelber Schimmel mit Fruchtkörpernim Zuge archäologischer Ausgrabungen in Ägypten bekannt geworden ist. Er war vermutlich maßgeblich dafür verantwortlich, dass einige Arbeiter und Archäologen im frühen 20. Jahrhundert nach Ausgrabungen und öffnen von Grabkammern zu Tode kamen, da dieser grün / gelbe Schimmel durch seine Aflatoxine im menschlichen Körper verheerende Schäden anrichten kann. Er wächst gerne auf verschiedenen (stärkehaltigen) Lebensmitteln und gelangt so bei der Nahrungsaufnahme in den Menschen ein und verursacht unter anderem Krebs in der Leber oder auch Herzversagen. Allerdings ist er in unseren Breiten durch die hohen Hygienestandards nicht allzu verbreitet und daher besteht nur eine geringe Gefahr ebenfalls vom Fluch des Pharao getroffen zu werden.

Generell ist die oft unauffällige Färbung bei gelbem Schimmel die Ursache dafür, dass gelber Schimmel an Wänden oder Möbeln erst recht spät erkannt wird, wenn bereits eine starke Verbreitung stattgefunden hat. Bekämpft wird gelber Schimmel wie jede der anderen Schimmelpilzarten auch mit Spiritus, Wasserstoffperoxid oder anderen Schimmelmitteln (je nach Untergrund).

Roter Schimmel

Der sehr auffällige rote Schimmel Neurospora sitophila ist umgangssprachlich eher unter dem Namen roter Bäckerschimmel bekannt. roter Schimmel auf Nährlösung Er ist immer wieder auch heutzutage noch Auslöser von Atemwegserkrankungen bei Lebensmittelherstellern wie zum Beispiel Bäckern, da er gerne auf Getreide und Getreideerzeugnissen wächst. Allerdings ist Neurospora sitophila  durchaus auch auf anderen Materialien anzutreffen die große Mengen Zellulose enthalten. So befällt dieser rote Schimmel zum Beispiel auch Holz, Karton oder eben auch Papiertapeten aller Art, wenn die anderen Umgebungsvariablen ebenfalls für sein Wachstum günstig sind. Roter Schimmel kann aber auch einfach eine Ausprägung anderer Schimmelarten mit eingefärbten Fruchtkörpern sein, weil der Schimmelpilz bestimmte chemische Substanzen (z.B. Kupfer) verstoffwechselt oder durch andere Umwelteinflüsse die farbliche Ausprägung beeinflusst wird.

Besondere Eigenschaften hat roter Schimmel also in all seinen Ausprägungen kaum und kann auch wie andere Schimmelarten bekämpft werden. Mundschutz und andere Vorsichtsmaßnahmen bei der Schimmelbekämpfung sollten allerdings, wie bei allen anderen Schimmelpilzarten, selbstverständlich sein um so wenig wie möglich die Sporen der Pilze einzuatmen.

Grüner Schimmel

Der wohl bekannteste grüne Schimmel (obwohl er oft eher gräulich-grün erscheint) ist Aspergillus fumigatus. Er ist auch in unseren Breiten sehr häufig anzutreffen und zählt wohl zu den weltweit am verbreitetsten Schimmelarten. Der Pilz bildet ein Mykotoxin (Gliotoxin) aus, das bisher nicht als nachweislich schädlich für Mensch und Grüner Schimmel auf NährlösungTier bewertet wird, aber als Immunsystem schwächend bekannt ist. Der grüne Schimmel ist für Immungeschwächte oder auf andere Art vorbelastete Menschen ein Problem, da er bei schwachem Immunsystem sowohl Allergien auslösen, als auch zum Beispiel Lungengewebe befallen kann.

Innerhalb von Gebäuden tritt dieser grüne Schimmelpilz gerne in Blumenerde auf. Etwa 2/3 aller Topfblumen sind von Aspergillus fumigatus besiedelt. Gerade besonders warme Bereiche in der nähe von Heizkörpern lassen den grünen Schimmel auf der Blumenerde schnell sprießen und sich stark vermehren. Ist eine Immunschwäche aufgrund von anderen Erkrankungen bekannt, sollte von Zimmerpflanzen in Blumenerde in der Wohnung abgesehen werden um einen Befall mit diesem Schimmelpilz zu vermeiden.

Schimmelarten bestimmen

Die hier angeführten Schimmelpilzarten stellen natürlich nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus der großen Welt der Pilze dar und deren Beschreibung reicht natürlich nicht aus um eine fundierte Aussage zur vorhandenen Schimmelart im konkreten Fall zu treffen. Für eine korrekte Bestimmung des Schimmelpilzes (sofern dies überhaupt notwendig ist) muss immer ein Schimmeltest gemacht werden in dem, unter Laborbedingungen und von Fachleuten überwacht, eine Probe des Hausschimmels angezüchtet wird um dann mikroskopisch auf seine Art bestimmt zu werden. „Fachleute“ die aufgrund der Aussage „grüner Schimmel“, “ roter Schimmel“,  „gelber Schimmel“ etc. eine Aussage dazu treffen um welchen Schimmelpilz es sich handelt sind schlicht und einfach unseriös.roter Schimmel und andere Arten auf Nährlösung

Zum Abschluss sei noch einmal betont, dass nur sehr wenige und dazu meist wenig verbreitete Schimmelpilze die in unserem Wohnbereich auftreten können für gesunde Menschen eine echte Gefahr darstellen. Ausnahmen können natürlich sein wenn wirklich große Flächen mit Schimmel befallen sind und dadurch eine extrem hohe Sporen- oder Mykotoxinbelastung im Wohnraum auftritt.

Nichts desto trotz können einige Schimmelpilzarten immungeschwächten Menschen, oder Menschen mit Vorerkrankungen (vor allem im Bereich der Atemwege) ernsthafte Schwierigkeiten bereiten indem sie sich direkt im Körper ansiedeln und entsprechend Organe oder Gewebe befallen.

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